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Interview

Mag. Elisabeth Mayer: Mit Klarheit durch die Wechseljahre

Ernährungswissenschaftlerin Mag. Elisabeth Mayer über Wechseljahre, Selbstfürsorge und das, was Frauen in dieser Phase wirklich brauchen.

Lipid Legends: Du begleitest heute Frauen durch eine Lebensphase, über die lange viel zu wenig offen gesprochen wurde. Wenn du auf deinen eigenen Weg zurückblickst, was hat dich schon früh an Ernährung, Körperwissen und gesundheitlicher Aufklärung so fasziniert, dass daraus schließlich dein Beruf geworden ist?

Mag. Elisabeth Mayer: Ich war nie der klassische „Sporttyp" – aber ich habe sehr früh gemerkt, wie stark mich Essen beeinflusst. Wie stabil meine Energie ist, wie ich schlafe, wie ich mich insgesamt fühle. Mit der Zeit ist daraus echte Begeisterung geworden – für Stoffwechsel, Darmgesundheit und hormonelle Zusammenhänge. Mit 16 war für mich klar: Ich studiere Ernährungswissenschaften. Und schon während des Studiums habe ich begonnen, mein Wissen weiterzugeben – beim Frauenarzt, in der Apotheke, im Radio. Im Rückblick war das kein großer Plan, sondern eine sehr natürliche Entwicklung.

LL: Auf deiner Website beschreibst du mehrere markante Lebensstationen – vom frühen Berufswunsch über deine Weltreise bis hin zur Spezialisierung auf die Wechseljahre. Welche dieser Etappen hat dich innerlich am stärksten verändert, und woran merkst du heute noch, dass sie dich geprägt hat?

EM: Wenn ich eine Etappe nennen müsste, dann meine Weltreise. Ein Jahr mit dem Rucksack unterwegs zu sein, hat meinen Blick auf vieles verändert. Ich habe viel Offenheit und Großzügigkeit erlebt und gleichzeitig gesehen, wie unterschiedlich Menschen und Kulturen mit Gesundheit, Körper und Lebensrhythmus umgehen. Vor allem aber habe ich gemerkt, wie wenig ich brauche, um zufrieden zu sein – und wie sich das Leben anfühlt, wenn man nicht permanent im Funktionieren ist. Das wirkt bis heute nach, auch wenn der Alltag natürlich wieder ganz anders ist.

LL: Der Begriff „Wechseljahre" ist medizinisch zwar klar, emotional aber oft mit Verunsicherung, Scham oder Sprachlosigkeit verbunden. Welche Haltung möchtest du Frauen in dieser Phase vermitteln, die über reine Information hinausgeht?

EM: Oft schwingt unausgesprochen die Erwartung mit, dass man möglichst lange „gleich bleiben" sollte – leistungsfähig, belastbar, unauffällig. Und genau das erzeugt Druck, wenn sich der Körper verändert. Mir ist wichtig, diesen Blick zu verschieben. Die Wechseljahre sind kein persönliches Defizit und nichts, das man verstecken oder einfach „wegmanagen" muss. Es ist ein natürlicher Übergang – auch wenn er sich nicht immer leicht anfühlt. Veränderungen dürfen da sein, ohne dass man sie sofort bewerten oder korrigieren muss. Und oft entsteht genau daraus etwas Neues – mehr Klarheit darüber, was passt und was nicht mehr.

LL: Du arbeitest mit Frauen sehr individuell und sprichst nicht nur über Symptome, sondern auch über Lebensstil, Stress, Schlaf, Bewegung und Arztgespräche. Wenn du an deinen eigenen Alltag denkst, welche kleinen Routinen helfen dir selbst, klar, verbunden und in deiner Kraft zu bleiben?

EM: Ich versuche, meinen Alltag so gut wie möglich nach meinem eigenen Rhythmus zu gestalten. Morgens brauche ich Zeit und ein warmes Frühstück – oft Porridge mit Obst, Nüssen und Samen. Und ich merke sehr deutlich, wie sehr mich soziale Kontakte und gemeinsame Zeit mit Freunden erden. Abends ist mir wichtig, wirklich runterzufahren und nicht noch „schnell etwas zu erledigen". Yoga, Qi Gong, ein Bad oder einfach auf der Couch mit einer Goldmilch und einem guten Buch. Wenn ich das ein paar Tage nicht mache, merke ich sofort, dass mir etwas fehlt – ich schlafe schlechter oder bin unruhiger.

LL: Du bewegst dich zwischen Menschlichkeit und Wissenschaft. Wie bringst du wissenschaftliche Genauigkeit und menschliche Wärme so zusammen, dass Frauen sich ernst genommen fühlen, ohne überfordert zu werden?

EM: Ich sehe mich als Übersetzerin. Ich nehme wissenschaftliche Erkenntnisse und breche sie so herunter, dass klar wird: Was bedeutet das konkret für mich? Was kann ich im Alltag wirklich damit anfangen? Gleichzeitig nehme ich mir die Zeit, genau hinzuhören, was jede Frau gerade braucht. Oft geht es gar nicht um noch mehr Informationen, sondern darum, Zusammenhänge einordnen zu können. Das gibt Sicherheit – gerade in einer Phase, in der sich vieles verändert.

LL: In deiner Arbeit geht es auch um Themen, über die viele noch immer nicht selbstverständlich sprechen – von hormonellen Veränderungen bis zu sehr intimen Beschwerden. Was hast du durch diese Gespräche über Scham, Verletzlichkeit und den Wunsch nach echter Unterstützung gelernt?

EM: Viele Frauen sprechen bei mir Dinge an, über die sie oft noch nie gesprochen haben – nicht einmal im engsten Umfeld. Was es dafür braucht, ist ein geschützter Raum. Ein Ort, an dem man nicht funktionieren muss, sondern einfach sein darf – ohne Bewertung. Es geht nicht nur um Wissen, sondern um echte, persönliche Begleitung – etwas, das durch allgemeine Informationen oder Social Media nicht ersetzt werden kann.

LL: Du wirkst sehr zugewandt und zugleich klar. Gibt es einen Moment aus einer Beratung, einem Vortrag oder einer Begegnung, der dir besonders gezeigt hat, wie viel sich verändern kann, wenn eine Frau sich plötzlich verstanden fühlt?

EM: Solche Momente gibt es viele. Eine Frau ist mir besonders in Erinnerung geblieben – sie war durch ihr Burning-Mouth-Syndrom stark belastet und hatte das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Als sie verstanden hat, was hormonell dahintersteckt, hat sich ihre ganze Körperhaltung verändert. Man konnte richtig sehen, wie viel Druck in diesem Moment abgefallen ist. Weil plötzlich klar war: „Ich bilde mir das nicht ein. Das ist real und erklärbar." Dieses Gefühl, ernst genommen zu werden und einordnen zu können, was im eigenen Körper passiert, kann unglaublich viel lösen.

LL: Du sprichst nicht abstrakt über Gesundheit, sondern sehr alltagsnah über das, was Frauen wirklich hilft. Was bedeutet für dich persönlich „bewusste Ernährung" in einer Lebensphase, in der der Körper sich verändert und viele Frauen das Gefühl haben, ihn neu kennenlernen zu müssen?

EM: Für mich beginnt bewusste Ernährung nicht mit Regeln, sondern damit, Zusammenhänge zu verstehen. Was tut mir gut? Gerade in einer Phase, in der sich der Körper verändert, hilft es, die eigenen Reaktionen besser einordnen zu können. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass Obst allein den Blutzucker schneller ansteigen lässt und in Kombination mit Fett- oder Proteinquellen stabiler wirkt, esse ich die Banane vielleicht mit Joghurt und ein paar Walnüssen. Oder wenn mir klar ist, dass ein Glas Rotwein bestimmte Symptome wie PMS oder nächtliches Schwitzen verstärken kann, lasse ich es leichter weg. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein feineres Gespür für den eigenen Körper.

LL: Du hast unser optimiertes Leinöl bereits in einem Vortragskontext erlebt, und spannend war dabei offenbar nicht nur das Thema Qualität, sondern auch, wie selbstverständlich es sich in den Alltag einfügen kann. Worauf achtest du grundsätzlich, wenn du ein Lebensmittel empfiehlst oder selbst gerne verwendest – Geschmack, Frische, Verträglichkeit, Herstellungsweise oder etwas ganz anderes?

EM: Für mich spielen mehrere Faktoren zusammen: Qualität, Frische, Verträglichkeit – und auch Geschmack. Ein Lebensmittel kann noch so gesund sein – wenn es nicht gerne gegessen wird, wird es keinen festen Platz im Alltag haben. Im Idealfall lässt es sich ohne zusätzlichen Aufwand integrieren und ist leicht erhältlich. Ein Löffel Leinöl im Salat oder im Karottensaft ist eine einfache Möglichkeit, pflanzliche Omega-3-Fettsäuren abzudecken. Und wenn es nicht schmeckt, gibt es Alternativen wie Chia-, Hanf- oder frisch geschrotete Leinsamen im Müsli. Am Ende muss es im Alltag funktionieren – sonst bleibt selbst die beste Empfehlung Theorie.

LL: Wenn du all das zusammennimmst, was du heute über Wechseljahre, Ernährung, Selbstfürsorge und weibliche Gesundheit weißt: Welche Erkenntnis würdest du Frauen gern möglichst früh mitgeben, damit sie dieser Lebensphase nicht mit Angst, sondern mit mehr Vertrauen begegnen?

EM: Manche Frauen haben kaum Beschwerden, andere sind stark belastet – und beides ist normal. Wichtig ist: Man ist nicht allein und man trägt keine Schuld daran. Veränderungen ernst nehmen: Wenn sich im Körper etwas anders anfühlt oder Symptome auftreten, die man nicht einordnen kann, lohnt es sich hinzuschauen – auch wenn es noch „nicht so schlimm" wirkt. Und sich Unterstützung holen, wenn man sie braucht – statt alles alleine durchzustehen. Das verändert oft mehr, als man im ersten Moment denkt.

LL: Gab es auf deinem eigenen Weg einen Moment, in dem du gemerkt hast: Genau dafür mache ich diese Arbeit?

EM: Diese Momente gibt es immer wieder – vor allem in der direkten Begegnung mit Frauen, in Beratungen oder Vorträgen. Wenn ich merke, dass sich etwas löst, dass Klarheit entsteht oder sich die Lebensqualität verbessert, bestätigt mich das sehr in meiner Arbeit.

LL: Was wird in der öffentlichen Diskussion über die Wechseljahre aus deiner Sicht noch immer zu oft übersehen?

EM: Dass die Wechseljahre viel früher beginnen und Frauen mitten im Leben treffen. Nicht eine „ältere Frau", sondern eine Frau mit Job, oft mit kleinen Kindern, mit Verantwortung und hoher Belastung. Und genau deshalb werden viele Symptome nicht erkannt oder falsch eingeordnet. Da braucht es längst ein realistischeres Bild.

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